Universität Lancaster eröffnet Campus in Leipzig

Erste englische Universität gründet Standort in Deutschland

Um auch nach dem Brexit attraktiv für internationale Studierende zu sein, eröffnet die englische Lancaster University im September in Leipzig einen neuen Standort. In den kommenden zehn Jahren sollen hier bis zu 2.000 junge Menschen aus aller Welt Wirtschafts- und IT-Fächer studieren.

Es ist einmalig in Deutschland: Eine britische Universität gründet einen Standort in Leipzig, damit auch nach einem harten Brexit junge Menschen aus Kontinental- und Osteuropa, China oder Indien einfach an ihr studieren können. Andere Länder und auch andere Städte innerhalb Deutschlands waren zunächst als Standorte geprüft worden, bevor sich die Universität für Leipzig entschied. Nach mehreren Delegationsbesuchen und Besichtigungen von September 2018 bis Januar 2019 ist die Entscheidung für den Standort des neuen Campus in der Stadt Leipzig gefallen.

Bereits im Herbst dieses Jahres soll der Studienbetrieb mit einem „Foundation Programme“ für die ersten Teilnehmer beginnen. Ziel ist es zunächst, ein einheitliches Bildungsniveau der internationalen Studierenden zu gewährleisten. Durchgeführt wird das Grundlagen-Programm, eine Art Studienkolleg, von dem internationalen Bildungsdienstleister Navitas, der auch für die Anwerbung der Studenten sowie die Verwaltungsaufgaben verantwortlich sein wird.

 Im September 2020 soll dann mit dem „Undergraduate Programme“ der eigentliche Studienbetrieb mit bis zu 2.000 Studierenden unter der Leitung der Lancaster Universität starten. Hier werden ausschließlich Bachelorstudiengänge im Wirtschafts- und IT-Bereich angeboten: “Business and Management”, “Accounting and Finance”, “Software Engineering” sowie “Computing”. Der Lehrunterricht wird komplett in englischer Sprache stattfinden. Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hat die Studiengänge bereits anerkannt und Kooperationsgespräche der Lancaster University mit anderen Leipziger Universitäten laufen bereits. Auch Forschung soll am neuen Leipziger Campus stattfinden.

Nach der Brexit-Entscheidung interessierte sich die Universität zunächst vage für einen Standort in Deutschland und nahm dazu Kontakt zur Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Bundes (Germany Trade and Invest) auf. Verschiedene Städte in Deutschland kamen zunächst als mögliche Standorte in die engere Auswahl. Die Ansiedlung war eine hervorragende Teamarbeit. Die Wirtschaftsförderung Sachsen und die Invest Region Leipzig GmbH leisteten dann mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Entscheidung pro Leipzig.

„Seit Juni 2018 stehen wir als Invest Region Leipzig an der Seite der Universität“, so Michael Körner, Geschäftsführer der Invest Region Leipzig, „und haben sie unter anderem dabei unterstützt, einen geeigneten Standort in unserer Region zu finden, ihnen Türen zu Entscheidungs­trägern in Sachsen und Leipzig geöffnet und Fragen zum deutschen Steuer- und Rechtsystem geklärt.“ Derzeit greift unsere Gesellschaft  den Briten bei der Firmengründung in Deutschland unter die Arme und wird künftig auch bei der Suche nach geeignetem Hochschulpersonal den Weg ebnen.

 Hintergrund

Mit dem möglichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union wird es für Studierende aus Nicht-EU-Ländern schwieriger, ein Visum für einen Studienaufenthalt zu erhalten. Nach dem Studium müssen sie außerdem das Land sofort verlassen. In Deutschland hingegen können internationale Studierende leichter ein Visum erhalten und dürfen zudem zwei Jahre nach Beendigung des Studiums ohne weitere Erlaubnisse arbeiten. 

Über die Lancaster University

Die Lancaster University ist eine bekannte öffentliche Universität im Nordwesten Englands. Die mehr als 12.000 Studierenden kommen aus über 100 Ländern. Sie zählt nach diversen Rankings zu den 10 führenden Universitäten im Vereinigten Königreich.

 

 

 

 

-

Zurück