Leipziger Messe

Von den "Jahrmärkten in Lipz" zur "Leipziger Messe"

Als Schnittpunkt der bedeutenden historischen Handelsstraßen Via Regia und Via Imperii war Leipzig bereits seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts Ort regelmäßiger Jahrmärkte. Bis 1459 hatten sich mit dem Neujahrsmarkt sowie den Märkten zu Jubilate (dritter Sonntag nach Ostern) und Michaelis (29. September) insgesamt drei Vorläufer der (Waren-)Messe etabliert und ebneten so den Weg der Stadt hin zu einer mitteldeutschen Handelsmetropole.

Das zunehmende Angebot an Gütern führte im 19. Jahrhundert bei den Leipziger Warenmessen zu erheblichen Platz- und Lagerproblemen. Erleichterung brachte schließlich das 1895 entwickelte Konzept der Mustermesse - dessen Abkürzung "MM" die Leipziger Messe bis heute im Logo trägt. Von nun an stand nicht mehr der reine Verkauf, sondern die Warenpräsentation im Mittelpunkt. Ein Konzept, das sich bis in die Neuzeit bewährt hat. Erfolgte die Warenpräsentation zunächst in einer der zahlreichen Höfe und Kaufhäuser in der Leipziger Innenstadt, so erlangte die "Technische Messe" (heute "Alte Messe") ab 1920 zunehmend weltweite Bedeutung als Ausstellungsort.

Während des Zweiten Weltkrieges kam der Messebetrieb vollständig zum Erliegen. Erst ab 1946 wurden wieder Ausstellungen angeboten - den Beginn machte dabei die sog. "Friedensmesse". Trotz der zunehmenden Blockbildung entwickelte sich die Leipziger Messe zu einem wichtigen Zentrum des Handels zwischen Ost und West und blieb somit auch stets ein Schaufenster in das jeweils andere politische System. Erneut gelang es der Leipziger Messe sich auf internationalem Niveau zu etablieren und bis in die 1960er Jahre regelmäßig um die 600.000 Besucher p.a. anzulocken.

Nach der politischen Wende 1989/90 verlor die Messe diese "Schaufensterfunktion" und musste sich neu erfinden. Dies gelang einerseits durch die Konzentration auf spezialisierte Fach- und Publikumsmessen sowie andererseits durch den 1996 erfolgten Umzug auf das neue Messegelände im Leipziger Norden. Die modernen Hallen sowie das zugehörige Kongresszentrum erhielten die Wettbewerbsfähigkeit der Leipziger Messe gegenüber anderen Standorten. Heutzutage zählt die Messe jährlich 32 Fachmessen, mehr als 250 Kongresse, Gastveranstaltungen und Events mit mehr als 15.000 Ausstellern und 1,2 Mio. Besuchern.

Leider sind externe Video Einbindungen ohne entsprechende Cookies Zustimmung nicht verfügbar. Cookie Einstellungen bearbeiten