Invest Region Leipzig GmbH

Captain T Cell

Die Volkskrankheit Krebs besiegen – zu dieser großen, ambitionierten Aufgabe will die Captain T Cell GmbH mit innovativen Therapien einen wichtigen Teil beitragen. Das entscheidende Element dabei verrät bereits der Name des Unternehmens: Alles dreht sich um die sogenannten T-Zellen im menschlichen Körper.

„T-Zellen spielen eine zentrale Rolle in unserem Immunsystem: Sie können erkrankte Zellen erkennen und gezielt beseitigen. Leider gelingt es Tumorzellen, sich dieser Überwachung zu entziehen oder T-Zellen sogar in ihrer Funktion zu hemmen“, erzählt Dr. Janna Hachmann, COO von Captain T Cell.

Genau darauf basiert der Ansatz des Unternehmens bei ihren neuartigen TCR-T-Zelltherapien. Um Tumore wirksam und langfristig zu bekämpfen, werden die T-Zellen im Labor mit den richtigen „Werkzeugen“ ausgerüstet – allen voran mit einem speziellen T-Zell-Rezeptor. „So können sie Tumorzellen erkennen, die ihnen zuvor verborgen blieben“, fügt Hachmann hinzu.

Doch die Erkennung der Tumorzellen ist nur der erste Schritt. „Da Tumorzellen T-Zellen erschöpfen und ihre Aktivität begrenzen können, statten wir sie noch mit weiteren Werkzeugen aus. Wir verbessern so ihre Aktivität, Widerstandsfähigkeit und funktionelle Fitness.“

Starke Gründe für Leipzig

Der Grundstein dafür wurde bereits vor über einem Jahrzehnt bei Forschungsarbeiten gelegt. Captain T Cell ist eine Ausgründung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin, das wiederum Teil der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren ist. Zum Hauptsitz Schönefeld kommt nun ein Standort in Leipzig hinzu. Die passenden Räumlichkeiten fand das Unternehmen mit Unterstützung der Invest Region Leipzig (IRL) auf dem BioCity Campus. Er vereint auf einer Fläche von rund 10 Hektar zahlreiche Unternehmen und namhafte Forschungsinstitute.

„Leipzig verfügt über ein wachsendes Life-Sciences-Cluster und ausgewiesene Kompetenzen in der Entwicklung und Herstellung von Zell- und Gentherapien. Mit dem Fraunhofer IZI haben wir hier einen zentralen Partner“, nennt Dr. Janna Hachmann wichtige Gründe für Leipzig.

Hinzu kommt die Unterstützung durch den Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) als regional gut vernetztem Investor. „Er verfügt über fundierte Erfahrung im Life-Sciences-Bereich und wird unsere weitere Unternehmensentwicklung begleiten.“



COO Dr. Janna Hachmann und CEO Dr. Felix Lorenz

Aus der Forschung in die Praxis

Der nächste Schritt für Captain T Cell sind umfangreiche klinische Studien. In ihrem Rahmen soll das entwickelte Therapieverfahren ab 2027 erstmals an Menschen mit einer Krebserkrankung getestet werden. Geleitet werden die Studien von der Berliner Charité, acht weitere klinische Zentren in Deutschland sind ebenfalls beteiligt. Das Lead-Produkt CTC127 beispielsweise ist überwiegend für Patienten gedacht, die an Kopf-Hals-, Eierstock- oder Blasentumoren leiden.

„Für viele dieser Menschen sind die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten begrenzt, vor allem, wenn ihre Erkrankung trotz vorheriger Therapien nicht aufgehalten werden konnte. Genau hier soll CTC127 eine neue therapeutische Perspektive eröffnen.“

Fraunhofer IZI als starker Partner

Zuvor müssen die patientenspezifischen TCR-T-Zellprodukte – also die im Labor veränderten T-Zellen mit einem künstlichen Rezeptor – unter strengen pharmazeutischen Qualitätsstandards hergestellt werden. Der wichtigste Partner hierfür ist das bereits von Hachmann erwähnte Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig. Es befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum BioCity Campus – und damit auch zu Captain T Cell.

„Wir schätzen diese Zusammenarbeit sehr. Das Team am IZI bringt eine hohe fachliche Kompetenz und umfassende Erfahrung mit. Gleichzeitig ist der Austausch offen und konstruktiv – wir freuen uns darauf, die nächsten wichtigen Schritte gemeinsam zu gehen. Derzeit arbeiten wir zusammen daran, den Herstellungsprozess am IZI zu etablieren und die klinische Produktion vorzubereiten“, erläutert Dr. Janna Hachmann.

Die Ansiedlung in Leipzig betrachtet sie als gezielte strategische Erweiterung für Captain T Cell. „Der Bio City Campus bietet uns Bedingungen, die ein wachsendes Biotechnologieunternehmen benötigt. Er ist gut angebunden und in ein etabliertes Life-Sciences-Ökosystem eingebettet. Für uns bedeutet das kurze Wege zu unseren Kooperationspartnern in einem professionellen Umfeld, in dem Captain T Cell langfristig operieren kann.“

T-Zelltherapien mehr Menschen zugänglich machen

Parallel zum Lead-Produkt CTC127 entwickelt Captain T Cell auch seine Technologieplattform konsequent weiter. Durch sie sollen T-Zelltherapien als Behandlungsmethode in Zukunft bei deutlich mehr Menschen als bislang Anwendung finden können. Dem Unternehmen steht dafür durch die Unterstützung namhafter nationaler und internationaler Investoren ein Gesamtbudget von rund 20 Millionen Euro zur Verfügung – ein deutlicher Beweis für das Innovationspotenzial der Arbeit von Captain T Cell.

„Wir wollen unsere Technologien auf das nächste Level bringen und T-Zelltherapien langfristig wirksamer, skalierbarer und für deutlich mehr Patient:innen zugänglich machen“, betont Dr. Janna Hachmann.

Fotos: Captain T Cell

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